Großes Finale vom Lauf 10 beim Stadtlauf in Dorfen 2026
Stadtlauf Dorfen: Lauf-10-Teilnehmerinnen zeigen super Team-Leistung – 18 Schwindegger am Start, nur ein Totalausfall
Eines muss man den Kollegen in Dorfen ja lassen: das mit dem Wetter, das können die. Noch einige Tage vor dem magischen Datum 5. Juli hatte eine Hitzewelle das Isental zu einem Glutofen mutieren lassen. Aber dann, an diesem Sonntag, dem „Race Day“, war alles perfekt. So um 8 Uhr morgens war es schön kühl, der Himmel bedeckt. Okay, es war etwas windig, aber bessere Bedingungen für einen Lauf bekommt man im Juli nicht.
Es war folglich alles angerichtet für das Finale unseres Lauf-10-Projekts. Und es ist schon verrückt, wie schnell die Wochen vergingen. Im März hatten wir mit einem Info-Abend im Vereinsheim angefangen. Im April dann das erste Training. 3 Kilometer mit vier Gehpausen. 8er Schnitt. Und schon damals hatte sich gezeigt: Die Probleme haben nicht unsere Läuferinnen. Die eigentlichen Probleme hat der Trainer.
Gut 20-mal sind wir zusammengelaufen. Wir haben Intervalle auf der Straße und sogar Hügelsprints gemacht. Die Schwindachrunde war so etwas wie die Brot-und-Butter-Strecke des Projektes. Einmal sind wir vor der Hitze geflüchtet und haben im Hangmaul eine schön schattige Runde gemacht. Ein Highlight war sicher auch die 9-Kilometer, die Günther O. mit unseren schnelleren Mädels absolviert hat. Für Skeptiker: Da gibt es Beweis-Fotos!
Ja, und so trafen wir uns dann am 5. Juli auf dem Marktplatz Dorfen, um quasi die Ernte der ganzen Trainingswochen einzufahren. 18. Läuferinnen und Läufer des SV Schwindegg hatten sich für die drei Wettbewerbe gemeldet. Was soll da noch schiefgehen? Hatte Christina einen Tag zuvor noch gepostet. Eine Spur Nervosität war unserer Truppe dann doch anzumerken. Aber so ist das halt an einem Race Day.
Ansonsten hat die Orga des Stadtlaufs Dorfen Bewährtes verbunden mit dem Bemühen, für Stimmung an der Strecke zu sorgen. Als Moderator ist Gert Hänsel eine Bank. Er verwies auch mehrmals auf unseren Schlosslauf Schwindegg, sehr nett, sehr kollegial. Was dem Ganz guttat: Die Stimmungsinseln entlang der Strecke hat man ausgebaut.
Nun gut. Ich hätte bei unseren Lauf-10ern mitlaufen können. Was wir Männer mit Persönlichkeitsstörungen aber brauchen, ist die besondere Challenge, diesen Extra-Schuss an Härte und Qual. Hatte mich folglich für den Halbmarathon gemeldet. Meine größenwahnsinnige Zielzeit: 2:01 Stunden. Hatte mein Garmin schließlich vorhergesagt!
Vom Start weg lief es gut. Wir echten Läufer waren eine halbe Stunde vor den 10ern dran. Gleich an der ersten Rechtskurve laute Musik, Stimmungsinsel. Noch war es schön kühl, sie machte sogar Spaß, die leicht wellige Strecke Richtung Oberdorfen. Erste Getränkestelle nach 2,5 Kilometern. Wasser, ISO, alles gut und schnell erreichbar, da kann man nicht meckern.
Für die 10-Kilometer-Läufer hieß es an der Stelle umdrehen, wir Halbmarathonis hängten noch eine Schleife dran. Schon da zeigte sich, wie super meine Idee war, die nagelneuen Laufschuhe von Brooks gleich zum Halbmarathon anzuziehen. Mir taten die Füße weh, und es wurde stetig schlimmer. Während ich so mit der beginnenden Depression kämpfte, kam mir der Erste schon wieder entgegen. Stefan Adam (1:14:16) lief einsam vorneweg. Und wie er lief!
Der Fairness halber muss man schreiben, dass der Obertaufkirchner Michael Zimmermann nicht so weit dahinterkam. Mit 1:26:24 wurde er Siebter. Beneidenswert zudem, wie weit vorne im Feld unsere Lauftreff-Kollegin Christina Holler (TSV Taufkirchen) lief. Am Ende war sie zweitschnellste Frau mit der super Zeit von 1:37:47.
Vor dem zweiten Wendepunkt gab es eine weitere Stimmungsinsel. Versorgung mit Wasser und Iso funktionierte gut. Nun also wieder retour Richtung Dorfen-Marktplatz. Bei Kilometer sieben kämpfte ich mit dem miesen Gefühl, dass es mit meiner Performance weiter abwärts geht. Zu den schmerzenden Füßen passte sehr gut ein Magen-Darm-Problem. Ich suchte das Terrain schon nach möglichen Notfall-Stellen ab.
Bei Kilometer 8 wollte ich eigentlich schon gehen, aber da liefen sie ja, unsere Lauf-10er aus Schwindegg! Die wurden von Denise, Christina und Günther bestens gepact und betreut. Ich hatte schon da beim Überholen größte Mühe. 500 Meter später war klar: Gert Hänsel und Lauf-10 hin oder her, nach der ersten Runde gebe ich auf. Warum ich es dann doch nicht gemacht habe? Keine Ahnung.
Möglicherweise ist es der Einfluss meines Idols David Goggins, der sagt: Wenn Dein Gehirn sagt, dass Du erledigt bist, hat Dein Körper noch Reserven von 60 Prozent. Ich habe mittlerweile den Verdacht, dass mit dem Gehirn von David Goggins irgendetwas nicht stimmt. Aber egal. Ich kam ins Ziel. Immerhin.
Zufrieden und happy war dagegen unsere Lauf-10-Gruppe. Genauso sollte es auch sein. Unbedingt erwähnen muss man in diesem positiven Zusammenhang: Wir hatten mit der Heike nur eine Starterin im 5-Kilometer-Hobbylauf, aber sie war richtig schnell: 18. Platz gesamt und – wenn ich es richtig verstanden habe – 4. schnellste Frau.
Das Finale des Finales fand dann wie üblich im Vereinsheim statt. Unsere neuen Mitläuferinnen brachten neben Salaten ihre Familie, Freunde, Männer und so weiter mit. Was uns vom SV Schwindegg besonders freute: Einige unserer Lauf-Einsteigerinnen haben unter Tränen und vor ihren Männern versichert: Ja, wir wollen weitermachen! Günther Ostler schaffte dann beim Bier die schwierigste Aufgabe des Tages: meine Stimmung aufzuhellen.
Wertung Stadtlauf Dorfen
Pro:
Für Juli super Laufwetter
Moderator wirbt für Schlosslauf
Bürgermeister kommt, gibt den Startschuss und sagt sonst nichts
Dorfen ist nicht Köln, aber Stimmung an der Strecke hat sich verbessert
Fairer Preis
Stressfreie Anmeldung und Startnummer-Ausgabe
Contra:
Der Halbmarathon ist zu lang
Die zweite Hälfte des Halbmarathons ist viel zu lang
Kein Pacemaker für 1:59
Kopfsteinpflaster im Start- Ziel-Bereich. Hat mich 2 Sekunden gekostet.
Ergebnisse
Halbmarathon (150 Starter)
- Detlev Zenglein 2:04:25
- Sandro M. Knott 2:07:30
- Martin Armbruster 2:16:21
10-Kilometer (237 Teilnehmer)
- Korbinian Hendrych 1:00:08
- Frank Giresse 1:00:22
- Anna Schwarzenbeck 1:04:23,8
- Lisa Voith 1:04:46
- Claudia Beintvogel 1:04:55
- Raphaela Kleine 1:04:56
- Christina Hacker 1:04:56
- Antonia Meindl 1:04:56
- Martina Apfelbeck 1:12:37
- Katrin Moser 1:13:41
- Christine Rusitschka 1:13:41
- Günther Ostler 1:13:42
- Monika Reintaler 1:13:42
- Sabine Linner 1:19:33
- Denise Stadler 1:19:33
5-Kilometer (233 Teilnehmer)
- Heike Würfl 0:21:24
Bericht: Martin A.
Fotos: Christina und weitere






